microFLUID

microFLUID: Mikro-Fabrikation polymerer Lab-on-a-chip Systeme mittels Ultraschnellen Lasern mit Integrierter optischer Detektion

Mykotoxin-Detektion in Tierfutter
Mykotoxine sind gesundheitsschädliche Metaboliten, die durch auf Lebensmitteln oder Tierfutter wachsende Pilzarten freigesetzt werden. Über kontaminierte Futtermittel gelangen sie via Fleisch oder andere tierische Produkte in die Nahrungskette des Menschen. Ein Großteil der Mykotoxine ist krebserregend, genotoxisch oder greift die Leber und Nieren an und stellt somit ein hohes Risiko für die Gesundheit des Menschen dar.
Mykotoxine können weder durch Fermentation noch durch auftretende Temperatureinwirkungen während des Kochens, Backens oder des Gefriervorgangs zerstört werden. Nur eine vollständige Vermeidung von kontaminierten Futter- und Nahrungsmitteln bietet Schutz. Dazu werden aber sensitive, akkurate und bezahlbare Schnelltests zur Detektion und Quantifizierung von Mykotoxinen benötigt.
Am Institut für Mikrotechnik Mainz wurde im Rahmen des EU-Projekts microFLUID ein chipbasiertes mikrofluidisches System entwickelt, das mittels optischer Detektion der Ergebnisse eines integrierten ELISA-Tests einen verlässlichen und quantitativen Nachweis von Mykotoxinen in Tierfutter ermöglicht. Das vollautomatische System mit integriertem Schneidmahlwerk ermöglicht die direkte Verarbeitung von Rohmaterial wie Mais, Körnern oder Pellets.
Der Einsatz mikrofluidischer Analysetechnik erleichtert die Miniaturisierung des Systems, so dass nur geringe Mengen an Reagenzien für die Probenuntersuchung verwendet werden müssen. Dies senkt die Kosten und noch wichtiger: es vermeidet die Handhabung von großen Mengen an Toxinen.
Dank der Portabilität und Automatisierung des Systems können Analysen direkt vor Ort, auch von moderat geschultem Personal, durchgeführt werden. Mit einem solchen System können nicht nur Zeit und Kosten reduziert werden, sondern auch eine signifikante Verbesserung bei der Prävention und Kontrolle der Kontamination mit Mykotoxinen erreicht werden.
Laufzeit: Juni 2008 bis Oktober 2011
Kontakt: Dr. Sabine Brunklaus, Abteilung Fluidik und Simulation,
Tel.: +49 6131/990 411


