TheraEDGE
Pathogen-Nachweis und Resistenzanalyse zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung von Atemwegsinfektionen
Ambulant erworbene Infektionen der unteren Atemwege (CA-LRTI) gehören im Rahmen der Erstversorgung zu den Indikationen mit der höchsten Verordnungsrate für systemische Antibiotika-Therapien. Eine spezifische Diagnose ist insofern schwierig, da Anamnese und körperliche Untersuchung oftmals als einzige Entscheidungsgrundlage für die Primärversorgung herangezogen werden können. Obwohl damit eine Differenzierung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen nahezu ausgeschlossen ist, werden diagnostische Labortests nur selten durchgeführt.
Im Verbund mit verschiedenen europäischen Partnern aus Industrie und Hochschule arbeitet das IMM im Projekt TheraEDGE an der Entwicklung eines integrierten LoC (Lab-on-a-Chip System) zur frühzeitigen Diagnose von Infektionen der unteren Atemwege im Rahmen der Erstversorgung. Ziel ist es, die Medizin mit einem zeit- und kostensparenden Werkzeug für die Umsetzung einer spezifischen Behandlung auf Basis einer Pathogen-Analyse sowie eines Resistenznachweises auszustatten und somit in einem Zeitrahmen von 30-40 Minuten eine definitive ätiologische Aussage treffen zu können. Durch die zeitnahe Diagnostik soll die Patientenversorgung (z.B. Antibiotika-Therapie) effektiver und individualisierter gestaltet werden und somit einem falschen bzw. nutzlosen Einsatz von Antibiotika vorbeugen.
Kernkomponente des TheraEDGE-Systems ist eine Chip-basierte Plattform (TheraTest), die eine Analyse auf multiple Pathogene auf Basis eines amplifikationsunabhängigen Detektionsprotokolls realisiert. Ausgehend von Nasopharyngeal-Abstrichen wird zunächst ein vollständiges Probenaufarbeitungsprotokoll im Chip umgesetzt, welches ausschließlich die Zugabe der Probe sowie das Starten der Analyse durch das medizinische Personal erfordert. Nach Fragmentierung der Nukleinsäuren und Pathogensequenz-spezifischer Fluoreszenz-markierung in einem Hybridisierungsschritt erfolgt eine optische Auslesung zur Charakterisierung des Probenmaterials.
Kontakt: Dr. Tina Röser, Abteilung Fluidik und Simulation,
Tel.: +49 6131/990 432




