Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH

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EDM

Funkenerosion

Funkenerosion ist ein materialabtragendes Fertigungsverfahren, bei dem der Materialabtrag durch elektrische Entladungen, d. h. durch lokale Materialabschmelzungen, erzielt wird. Mit dieser Fertigungsmethode können nahezu alle elektrisch leitenden Materialen, unabhängig von ihren physikalischen Eigenschaften, bearbeitet werden. Man unterscheidet zwei Varianten der Funkenerosion, das Draht- und Senkerodieren. 

Drahterodieren

Beim Drahterodieren wird ein kontinuierlich ablaufender Draht als Werkzeug eingesetzt.

Drahtdurchmesser sowie Drahtmaterial können den jeweiligen Bearbeitungsprozessen und Anforderungen angepasst werden. Mit den am IMM installierten Anlagen können Drähte von 0,02 mm bis 0,33 mm eingesetzt werden. Drahterodieranlagen sind in der Regel 5-Achs Maschinensysteme, mit denen zylindrische sowie konische Bauteile erzeugt werden. Durch Integration von optionalen Zusatzachsen und Spindeln ist darüber hinaus ein erosives Drehen wie auch eine rotative/lineare Simultanbearbeitung möglich.

Senkerodieren

Vorgefertigte Elektroden aus unterschiedlichen Werkstoffen werden als Werkzeuge eingesetzt, um ihre Form als Negativ im Werkstück abzubilden. Hierbei können nahezu scharfkantige Innenecken realisiert werden. Darüber hinaus lassen sich beim erosiven Bohren unter Einsatz von kleinen, zylindrischen Elektroden Bohrungsdurchmesser von 20 µm und kleiner erzeugen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit mit 3D-strukturierten, rotationssymmetrischen Elektroden komplexe 3D Innen- und Außengeometrien wie z.B. Spiralnuten in sehr kleinen Strukturgrößen zu realisieren. Unter Verwendung von zylindrischen Mikroelektroden kann neben dem Bohren ein erosives 2D- und 3D-Fräsen durchgeführt werden, wobei sehr kleine Strukturen selbst in gehärteten Werkstoffen realisiert werden.