EDM Kompetenzzentrum
Mehr als 10 Jahre Kompetenz im Erosionsbereich, insbesondere im Bereich der Mikrofunkenerosion, werden erfolgreich mit den Wünschen und Anforderungen der Anwender kombiniert. Hierfür wurde ab Herbst 2007 ein Kompetenz- und Technologiezentrum EDM am IMM aufgebaut und installiert.
Erklärtes Ziel ist vorrangig die Erstellung von neuen Bearbeitungstechnologien, die insbesondere im Mikrobereich dringend erforderlich sind. Der Verantwortungsbereich umfasst zudem Neu- und Weiterentwicklung von Maschinen- und Gerätetechnologie sowie Bearbeitungstechnologieerstellung im Mikrobereich für unterschiedlichste Materialien und Anforderungen auf Applikationsebene. Gemeinsam mit Maschinen- und Peripheriegeräteherstellern werden dabei Paketlösungen zur Realisierung der entsprechenden Kundenanforderungen geschaffen. Ein weiterer Fokus ist die Automatisierung von mikrofunkenerosiven Prozessen und Gestaltung von µ-EDM Maschinenkonzepten zur wirtschaftlichen Serienfertigung von Mikrobauteilen.
Auf Nachfrage bieten wir auch Schulungen von Kundenmitarbeitern für die funkenerosive Mikrobearbeitung sowie zur Bearbeitungsparameterermittlung und entsprechende Dienstleistungen für Maschinen- und Zusatzgerätehersteller sowie insbesondere Anwender an.
Referenzen: u.a. Mitsubishi, Agie-Charmilles, Zimmer+Kreim, ITS Technologie, Hirschmann
Funkenerosion
Funkenerosion ist ein materialabtragendes Fertigungsverfahren, bei dem der Materialabtrag durch elektrische Entladungen, d. h. durch lokale Materialabschmelzungen, erzielt wird. Mit dieser Fertigungsmethode können nahezu alle elektrisch leitenden Materialen, unabhängig von ihren physikalischen Eigenschaften, bearbeitet werden. Man unterscheidet zwei Varianten der Funkenerosion, das Draht- und Senkerodieren.
Drahterodieren
Beim Drahterodieren wird ein kontinuierlich ablaufender Draht als Werkzeug eingesetzt.
Drahtdurchmesser sowie Drahtmaterial können den jeweiligen Bearbeitungsprozessen und Anforderungen angepasst werden. Mit den am IMM installierten Anlagen können Drähte von 0,02 mm bis 0,33 mm eingesetzt werden. Drahterodieranlagen sind in der Regel 5-Achs Maschinensysteme, mit denen zylindrische sowie konische Bauteile erzeugt werden. Durch Integration von optionalen Zusatzachsen und Spindeln ist darüber hinaus ein erosives Drehen wie auch eine rotative/lineare Simultanbearbeitung möglich.
Senkerodieren
Vorgefertigte Elektroden aus unterschiedlichen Werkstoffen werden als Werkzeuge eingesetzt, um ihre Form als Negativ im Werkstück abzubilden. Hierbei können nahezu scharfkantige Innenecken realisiert werden. Darüber hinaus lassen sich beim erosiven Bohren unter Einsatz von kleinen, zylindrischen Elektroden Bohrungsdurchmesser von 20 µm und kleiner erzeugen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit mit 3D-strukturierten, rotationssymmetrischen Elektroden komplexe 3D Innen- und Außengeometrien wie z.B. Spiralnuten in sehr kleinen Strukturgrößen zu realisieren. Unter Verwendung von zylindrischen Mikroelektroden kann neben dem Bohren ein erosives 2D- und 3D-Fräsen durchgeführt werden, wobei sehr kleine Strukturen selbst in gehärteten Werkstoffen realisiert werden.




