MASCOT


Nachweis zirkulierender Tumorzellen in der Krebsdiagnostik und Therapieüberwachung
Krebs ist eine der Haupttodesursachen in der heutigen Zeit. Die Entwicklung schneller und kostengünstiger Technologien für den Einsatz in der Krebsdiagnostik sowie zur Therapieüberwachung gilt als eine große Herausforderung. In diesem Kontext wird bei verschiedenen Krebserkrankungen die klinische Signifikanz zirkulierender Tumorzellen (circulating tumor cells, CTCs) intensiv diskutiert. Für Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom konnte die prognostische Relevanz eines CTC-Nachweises in peripherem Blut bereits bewiesen werden.
Eine Überwachung des Therapieverlaufs sowie Aussagen zum Ansprechen bzw. Versagen der gewählten Therapie sind damit über die Bestimmung der CTC-Präsenz und -Anzahl in peripherem Blut vor, während und nach einer Therapie möglich. Über eine ergänzende molekulare Analyse der isolierten CTCs könnte zudem einen Beitrag zum Verständnis der molekularen Grundlagen der Erkrankung sowie zur Entwicklung neuer, individualisierter Therapieansätze geleistet werden. Die Isolation von CTCs ist insofern herausfordernd, als deren Anzahl vor dem Hintergrund der Blutzellen sehr gering ist (bis zu 1 CTC / ml Blut).
Im Rahmen des in FP6 geförderten Projektes MASCOT wurde ein modulares, mikrofluidisches System für die Isolation, Anreicherung und molekulare Charakterisierung von CTCs aus bis zu 7,5 ml peripherem Blut entwickelt. Die Aufgaben des IMM umfassten dabei die Entwicklung und Realisierung der mikrofluidischen Module sowie der zugehörigen Peripherie inklusive Aktorikkomponenten, Fluidkontrolle und elektronischer Ansteuerung. Das System beinhaltet eine Reihe von sequenziell geschalteten Modulen, die eine immunomagnetische CTC-Isolation und -Anreicherung, deren Separation vom Überschuss freier magnetischer Partikel und Auszählung, die Extraktion von mRNA und deren Amplifikation mittels Reverse Transcriptase MLPA (Reverse Transcriptase Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification) sowie die elektrochemische Analyse der Amplifikate erlauben.
Kontakt: Dr. Tina Röser, Abteilung Fluidik und Simulation,
Tel.: +49 6131/990 432
Mehr Informationen zum Projekt "MASCOT"
Projektdatenblatt Mascot 177 KB


